Wie ich Feminismus verstehen lernte

(von Kira)

Was ist eigentlich Feminismus? Bis zu diesem Wochenende war mir das nie bewusst. Klar, die Grüne Jugend definiert sich als queerfeministischer Verband. Aber wofür steht das eigentlich? Unbewusst habe ich wohl noch lange gedacht, dass Feminismus heißt, Männer zu hassen. Doch seit ein paar Wochen weiß ich es besser. Ein Teil von mir würde sich jetzt auch als feministisch bezeichnen.
Feminismus heißt, einzufordern, was eigentlich selbstverständlich ist: Die Gleichberechtigung von allen und somit auch insbesondere von Frauen, Inter- und Trans*personen. Das hört nicht mit dem Wahlrecht auf, oder mit der Möglichkeit, in der Wirtschaft einen Beruf ausüben zu dürfen. Und es hört eben auch nicht bei Quotierungen bei der Grünen Jugend auf. Beim Weitersteiger*innen Seminar, das ich im Dezember besuchen durfte, ist mir das alles auf wunderbare Weise klar geworden. Das Seminar war dafür gedacht, zunächst einen Schutzraum zu bieten, den es ja glücklicherweise häufiger bei uns in der Grünen Jugend gibt, in dem wir als FIT* Personen diskutieren konnten. Dabei ging es natürlich viel um Feminismus, aber eben nicht nur, und das hat mich so überrascht: Der FIT* Schutzraum diente nicht nur dazu, über Diskriminierungen und angestrebte Gleichberechtigung zu reden, sondern auch um unsere sonstigen politischen Positionen weiterzuentwickeln. Das ist insofern sinnvoll, als dass die Perspektive von FIT*-Personen eine andere sein kann, und da FIT* Personen in Debatten weniger Beachtung geschenkt wird, dass wir uns und unseren Positionen dort die volle Aufmerksamkeit geben.
Aus dem Erfahrungsaustausch über Diskriminierungen und unserer Geschlechterwahrnehmung habe ich einiges mitgenommen: Ich verstehe nun, dass Momente, in denen ich mich unwohl oder benachteiligt gefühlt habe, häufig nichts mit meiner Person sondern mit meinem (sozialen und biologischen) Geschlecht zu tun hatten. Das hilft mir zu verstehen, wie es zu diesen Diskriminierungen kommt und wie sich diese bekämpfen lassen.
Ein wichtiger Teil des Seminars war auch das Redetraining. Es ist mir zwar sehr schwer gefallen, tatsächlich eine Rede zu halten, aber es ist ja auch wichtig zu wissen, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen.
Um noch eine weitere Fähigkeit die politisch von Bedeutung ist zu schulen, stand auch ein Workshop zur Pressearbeit auf der Tagesordnung. Dieser gefiel mir persönlich bei diesem Seminar am besten, da ich sehr viel darüber gelernt habe, wie Presse und Medien funktionieren und wie man sich in diesen gut präsentieren und Aufmerksamkeit erregen kann.
Diese Workshops und das ganze Seminar hatten natürlich noch einen größeren Zusammenhang und Sinn als uns persönlich, als einzelne FIT* Personen, fit für politische Arbeit zu machen, sondern auch die FIT* Fraktion in der Grünen Jugend und so letztendlich auch in der „großen“ Politik zu stärken. Das Schlagwort Vernetzung spielt dabei eine große Rolle, da dies eine der Grundvoraussetzungen für politischen Erfolg und ein Weiterkommen in politischen Strukturen ist. Durch das Weitersteiger*innen Seminar wurden uns Perspektiven in der Politik aufgezeigt, wir wurden angeregt uns noch mehr zu engagieren und nicht nachzugeben. ­Denn der Feminismus ist nicht gestorben, er ist ein aktuelles Thema und betrifft neben uns FIT* Personen alle, die an unserer Gesellschaft teilhaben. Das habe ich jetzt begriffen und kann so sagen, dass mir das Seminar die Augen geöffnet und mich auch persönlich gestärkt hat. Danke Grüne Jugend und keep fighting!

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